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04/10/08  (WS)  [0 Comments]

Walter Stallinger

Walter StallingerWalter Stallinger (verstorben am 24. Februar 2012)

Dozent, Schriftsteller, Journalist

Walter Stallinger
Baderei 11
04600 Altenburg,
Tel.: 0 34 47 / 55 16 35
Fax : 0 34 47 / 51 37 76
www.geschichten-walter.de

Email:stallinger.sprachen@t-online.de

 

 

Biographisches:

Walter Stallinger, geboren am 29. September 1933 in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakischen Republik. Bis 1945 die dortige deutsche Volksschule besucht und das deutsche Gymnasium. Im Februar 1945 erfolgte die Evakuierung aller Deutschen nach Südböhmen (Nov. Hrady/Gratzen). Noch ein paar Wochen Schule, dann bis 1946 "Behelfsunterricht" bei einem pensionierten Lehrer. Im Juli 1946 Sammel-Lager Budweis (drei Monate), dann Aussiedlung nach Falkenberg/Elster, sowjetische Besatzungszone. Fortsetzung des Schulbesuchs, Mittelschule, Erweiterte Oberschule bis 1952. In den nächsten Jahren verschiedene Arbeitsstellen (Kasernierte Volkspolizei, Gaswerk Halle/Saale usw.) Bibliothekar in Merseburg, Abt.-Leiter Kultur im Rat der Stadt, Buna-Werke, Lichtspieltheater u.a. Lehrerstudium 1960 in Leipzig und Potsdam, Abschluss 1965 als Lehrer für Deutsche und Russische Sprache. Später noch Englische Sprache.An verschiedenen Schulen im Kreis Altenburg tätig. Ab 1990 freier Dozent für Deutsche, Englisch, Russisch, Spanisch, Dolmetscher, Leitung von Deutschkursen für Spätaussiedler und Ausländer, Polizei-und Gerichtsdolmetscher. Mitte der 90iger Jahre Reiseleiter und Privatunterricht (Business-Englisch), Prüfung in Leipzig Wirtschafts-Russisch am Puschkin-Institut Moskau (Fernstudium).

Titel veröffentlichter Bücher und Vorhaben:

Im Engelsdorfer Verlag(book on demand): "Russki chleb-Russisch Brot ", Erzählungen Bd.1, "Russisch Weiß-Blau-Rot ",Erzählungen Bd.2, "Russisch-ras-dwa-tri ", Erzählungen Bd.3 "Russisch-Briederchän ", Erzählungen Bd.4. "Wie es zu einem Tortensyndrom kommen kann ", deutsche Erzählungen ( Band 1). Im Steffen Sell-Heimatverlag Altenburg herausgegeben: "Sagen und Legenden aus dem Altenburger Land und der Umgebung" (neu bearbeitet), "Geschichten aus der Baderei " (Altenburg),kurz vor Herausgabe steht "Rund um die Alte Burg ", ein Stadtbegleiter für Altenburg und das Umland.

"Beim Engelsdorfer Verlag liegen als Manuskripte vor: "´Grade mal so durchgeschloffen"(Erinnerungen bis 1976),  ein Lehrbuch"Weil Sie schon immer mal schreiben wollten" und erotische Märchen. Die historischen Gaffer-Geschichten haben jetzt einen Titel: Der Schlächter von Ceseno. Wahrscheinlich veröffentlicht im Mai 2009."

Verfassung von Historischen Gaffer-Stories :
gedachte Zuschauer oder Berichterstatter schildern mit kargen Worten ein Katastrophenereignis der Vergangenheit oder Zukunft, wobei die Schlussfolgerungen dem Leser aufgebürdet werden.

Beispiel: Aram...
Er schleppte sich in der Reihe dahin Der vierte war er. Ganz außen rechts.Ans Meer ging es, wurde da und dort geflüstert. Nach Trabzon und dann auf Schiffe und ab nach Griechenland. Vielleicht. Hie und da Kinderweinen, manchmal ein Schuss der Bewacher, der Bascbi-Bosuks.*)Die Schlucht, in ddie er schauen konnte, war bestimmt fünfzig Meter tief, oder gar hundert. So nahe am Kac´kar, dem Dreitausender, kein Wunder. Gestern hatten die Wachmannschaften hinten einen mit Gewehrkolben erschlagen, weil er einfach liegen geblieben war.Das passiert eben im Krieg, im Jahre 1916, aber er war noch jung. Er bleibt nicht liegen. Am schlimmsten waren nachts die schrillen Schreie der Frauen, die immer unvermittelt aufhörten, nach einer Weile. Wenn es nur genug Wasser gäbe! Plötzlich ein gebrülltes Kommandoi und die Kolonne kam zum Stehen. Ein Offizier näherte sich auf einem Pferd und hieb mit der Reitpeitsche in die Reihen: "Bir(ein Schlag, und der Mann taumelte aus der Reihe),iki, üc, dört!" Jedesmal wurde einer aus der Kolonne gepeitscht und stellte sich schweigend an den Rand der Schlucht. Immer vier hintereinander. Eins, zwei, drei, vier hatte der Offizier befohlen. Aram war wieder der vierte.

*) Baschi-Bosuks waren oder sind militärähnliche Bürgermilizen

Athen, 86 vor der Zeitrechnung...
Sulla mit dem Beinamen "der Glückliche" bewies eine glückliche Hand, besonders bei der Eroberung Athens in Griechenland. Er hatte Juno ein reiches Opfer gebracht, höchst persönlich. Astimachos, der Befehlshaber der griechischen Söldner, hatte es aufgegeben, weiter die Stadtmauer zu verteidigen. Die römische Übermacht hatte ihm den letzten Mut genommen. Er versicherte, dass den Athenern nichts geschehen würde, wenn sie die Römer kampflos in die Stadt ließen. Das habe er schriftlich von Sulla Felix, mit dessen Hand geschrieben. Die alten Herren des Stadtrates blickten zwar sehr zweifelnd auf ihren bereits so verzagten General, aber schließlich: Die Römer sind ein Volk der Kultur und Wiyssenschaft, äußerte bescheiden einer der Ältesten, Drachitonaus mit Namen, wie der römische Geschichtsschreiber Plutarch einhundert Jahre später heraus bekam. Trotzdem zweifelnd und unsicher beauftragten die Stadtzväter dann doch den Astimachos die Übergabeverhandlungen zu führen. Als die römischen Legionäre eine Stunde später durch die Tore der Stadt drängten, trugen sie das abgeschlagene Haupt des Astimachos auf einer Standarte vor sich her. Hörnerschall und Paukengedröhn begleiteten sie. Nur der breite Blutstrom auf Athens Straßen und Plätzen ließ auf die Anzahl der Opfer schließen. Man hatte sie zu zählen vergessen...

 


(Datenstand: 18.05.2010)