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News

05/15/13  (admin)

Ein Buch wie ein Film

Man stirbt nicht lautlos in TokioRettet Jan Flieger das verdorbene Genre Krimi?

• Krimis gibt’s wie Sand am Meer. Im deutschen Buchmarkt: Jede frustrierte Emanze glaubt, zumindest einen Krimi schreiben zu können‚ und meuchelt darin den hauseigenen Macho. Im heimatlichen Film langweilen die stereotypen Formate Polizeiruf und Tatort.

Aus dem Land, in dem man Kleinkindern schussfähige Gewehre zum Geburtstag schenkt, überschwemmen uns fließbandproduzierte Rächerarien, in denen die zerstörten Nobelkarossen noch die eindruckvollsten Gesichter tragen. Hongkong tut, was die USA vortuten, bloß akrobatischer.

Zwei Wallander erübrigen das Ansehen des dritten bis fünften. Von Zeit zu Zeit blitzt Geist in britischen oder französischen Produkten auf. O, Krimi, wer dich liebt, möchte oft mit den abgewandelten Worten König Richards ausrufen: „Ein Königreich für …eine geistvolle Idee!“

Diese Idee zeugt jetzt der Leipziger Jan Flieger in seinem neuen Thriller „Man stirbt nicht lautlos in Tokyo“. Es ist ein Buch, das liest sich wie ein Film. Es ist die seit dem Gilgameschepos vertraute Geschichte
von einem, der auszieht, die Welt zu verbessern, indem er die Bösen mit rächender Faust erledigt: Verzweifelter Vater, nahkampftüchtig, rächt seine von durchs Gesetz geschützten Gesetzlosen ermordete Tochter. Es ist ein Fliegermotiv, das sich in dessen Büchern schon lange durchzieht, diesmal nicht vor ostdeutscher oder norwegischer Kulisse, sondern einem gut recherchierten Tokyo, das beim Lesen Lust macht, eine Reise dorthin anzutreten.

Der Unterschied zum Dilettantenmüll, der sich zur Zeit in Büchern und den sogenannten „Formaten“ des Fernsehens breitmacht, besteht vor allem in Fliegers plastischer Sprache, der Klarheit der Struktur und der fürs Unterhaltungsgenre beachtlichen Prise an Lebensweisheit, die den Massenerzeugnissen fehlt. Denn erst, wenn einer Sprache hat, sollte er sich drucken lassen. In diesem Sinne rettet der Altmeister den Krimi vielleicht vor dessen Untergang.

Steffen Mohr

„Man stirbt nicht
lautlos in Tokyo“
,
fhl Verlag, 195 Seiten,
12 Euro

Während des Wave-Gotic-Festivals liest Jan Flieger am Freitag, dem 17. Mai, 17 Uhr in der Buchhandlung Hugendubel, Petersstraße.
Eintritt frei!


04/19/13  (tt)

22. Sächsischer Literaturfrühling

UNVERGESSEN

22. Sächsischer Literaturfrühling vom 16.5. - 20.6. 2013

Der 17. Juni 1953 im Spiegel neuer sächsischer Literatur

 

Aus dem Grau der Fünfzigerjahre zur Farbenwelt von heute – so stellt sich der traditionelle Sächsische Literaturfrühling im Jahr 2013 dar. Wir Autorinnen und Autoren erinnern an eine gemeinsame Herkunft Ostdeutschland und bewerten den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 als unvergessliches Datum, das unseren Werdegang prägte, unabhängig davon, ob wir damals Kinder, Jugendliche oder noch gar nicht geboren waren. Die vorgetragenen Geschichten,Verse,Melodien und Bilder atmen den Hauch bewusst begriffener Vergangenheit und kritisch wahrgenommener Gegenwart, also des Literaten als homo politicus.Geschehen soll das aber, im Gegensatz zu Rednerpultergüssen, in Unterhaltung mit dem Leser und verpflichtet dem Schönheitsanspruch der Literatur.

 

Bögen möchten wir schlagen – vom Damals zum Jetzt.

Steffen Mohr, Vorsitzender der Freien Literaturgesellschaft

 

Flyer im SW-Format (PDF 44kB)

Flyer im  Farb-Format (PDF 3,8MB)

 

 


Veranstalter: Freie Literaturgesellschaft Leipzig, e.V., in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Landesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR, vielen Leipziger Kulturträgern ( Arbeitskreis für vergleichende Mythologie, Buchhand- lung Hugendubel, Bund Bildender Künstler, Frauenkultur, e.V., Galerie Stadt-villa, Klinikum St.Georg, Stadtbibliothek, Uniklinikum, Versöhnungsgemeinde ), den Stadtbibliotheken Annaberg,Chemnitz, Riesa und Rodewisch, dem Hotel Katharinenhof Werdau, der filmOASE Markkleeberg, der Volkshochschule Leipziger Land und der sachsenweiten Autorengruppe Mord-Ost.

 

 



09/20/12  (admin)

Neuerscheinung: Sie waren Blut- und auch Gesangsbrüder

Quelle „Sächsischer Bote “ Dresden

Sie waren Blut- und auch Gesangsbrüder
Neuerscheinung: Wie Winnetou nach Dresden kam und wo Karl May sein Amerika entdeckte

Karl May in Dresden Ein biederer deutscher Gesangsverein probt. Wir sind weit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert. Und plötzlich steht ein stolzer
Indianer namens Winnetou in der Tür. Das kann man nachlesen in „Satan und Ischariot“ von Karl May, Band II, auch erschienen unter dem Reihentitel „Krüger Bei“. Der Häuptling der Apatschen ist zivil gekleidet, sein schulterlanges schwarzes Haar verbirgt er unter einem Zylinder.

Im Kapitel „Winnetou in Dresden “ (Band 21 der Gesammelten Werk, Seite 191) erfahren wir auch, dass er gern Bier trank, das aber sehr mäßig. Wenn Karl May seinen indianischen Helden also ganz einfach mal nach Sachsen holte, dann verwundert es nicht, dass er sich andererseits für die Niederschrift seiner Amerika-Abenteuer von Erlebnissen vor der eigenen Haustür inspirieren ließ.

Dieser Fährte folgte der Autor Christian Heermann an Ort und Stelle in und um Dresden/Radebeul sowie in den einschlägigen Publikationen. Dafür gibt es zum Beispiel Karl May-Jahrbücher und zahllose Veröffentlichungen, die das Leben und Werk des Schriftstellers teils sehr akribisch durchleuchten. Heermann selbst hatte bereits vor einiger Zeit das Seine dazu beigetragen. Mit "Winnetous Blutsbruder“ verfasste er eine der gut lesbaren Biografien Karl Mays.

Christian Heermann weiß also, worüber und über wen er schreibt. Man folgt ihm gern in den Annahmen, dass sich Karl May von der felsigen Sächsischen Schweiz zu seinen beeindruckenden Landschaftsschilderungen ebenso anregen ließ, wie von den Moritzburger Seen oder kleine Bächen im Lößnitzgrund, die in des Schriftstellers Fantasie zu gewaltigen Flüssen wurden. Auf denen dann die Steamer mit den großen Schaufelrädern verkehrten, die doch irgendwie den Elbedampfern ähnelten.

Die bei zahllosen Spaziergängen und Ausflügen gewonnenen Ideen wurden dann wohl mit Hilfe von Nachschlagewerken und Landkarten derart präzisiert, dass sie der Wirkklichkeit erstaunlich nahe kamen.

Christian Heermann lässt aber auch sehr reale Zeitgenossen Karl Mays zu Wort kommen wie etwa Friedrich Eduard Bilz, Sascha Schneider und Bertha von Suttner. Der kleine Sachse hatten einen so großen wie illustren Freundeskreis. Manch einer seiner Bekannten fand sich dann irgendwie in den grünen Bänden wieder, also in Amerika, im Orient oder im Fantasialand des Alterswerkes. Warum auch nicht?

Wenn es Winnetou bis nach
Dresden geschafft hat … hgp

Christian Heermann „Winnetou
in Dresden
“, KarlMay Verlag
Bamberg • Radebeul, broschürt,
140 Seiten, reich illustriert.

05/07/12  (admin)

Der Mars vor der Haustür (LVZ Kritik)

Kritik der Leipziger Volkszeitung vom 16. April 2012. Zur vergrößerten Ansicht bitte auf Bild klicken...

 

Den Artikel können Sie auch als PDF-Download herunterladen. Klicken Sie dazu bitte hier .


02/07/12  (admin)

21. Sächsischer Literaturfrühling „Der Mars vor der Haustür“

ABSCHLUSSBERICHT


Der Mars vor der Haustür Das eigentliche, gewichtige Ereignis des von unserer Freien Literaturgesellschaft ausgerichteten 21. Literaturfrühlings war die erstmalige Herausgabe einer Textanthologie , welche den gleichen Titel trägt wie die 12 Leseereignisse. Hinter dem scheinbar schmalen Angebot verbergen sich jedoch fast ausschließlich Ensemblevorträge, die insgesamt (wie das Buch) die opulente Vielfalt der in unserer Gesellschaft produzierten Literatur präsentierten. Die Herausgabe und Präsentation dieser Texte dokumentierte damit die Stärke unseres Vereins, also jenes sächsischen Autorenvereins, der von aktiv arbeitenden Schriftstellerinnen und Schriftstellern getragen wird.

Das enttäuschende Nicht-Sponsoring durch die Kulturstiftung des Landes schien anfangs alle Aktionen in Frage zu stellen. Doch durch die aus der Not gewonnene frische Zusammenarbeit mit dem sächsischen Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und mit der Landeszentrale für politische Bildung erhielten wir nicht nur die aktuell nötigen Zuwendungen, sondern auch gute Hoffnungen für zukünftige Projekte. Die Kooperation mit der Autorinnengruppe Mord-Ost erwies sich bei den beiden Veranstaltungen (Kriminalliteratur) als bereichernd und wird ebenfalls zukünftige Liaisons hervorrufen. Der Leipziger Sparkasse und dem Kulturamt, aber auch allen anderen hochherzigen Förderern gebührt großer Dank!

Eine Besonderheit des Literaturfrühlings 2012 war Konzentration auf buchverkaufende Orte, um die Anthologie gehörig in die Öffentlichkeit zu rücken. Für diese Bemühungen sind auch die große LVZ-Rezension und die kleinere in der Freien Presse höchst dienlich. Möge unser Buch viele Leser erreichen!

Nichts Besonderes, sondern dem gewohnten Flair unserer Events gemäß war der zumeist gesellige, unterhaltsame und durch den Einbezug anderer Künste (Musik, Bildende Kunst) typische Charakter der Veranstaltungen. Diesen Ton bedienten auch die Ensembleauftritte der Autoren, wobei durch gute Moderationen und hoch engagierte Mitveranstalter (z.B. in der Listhausgalerie und der filmOASE) die Publikumsnähe immer gegeben war.

Leipzig, 16. Juni 2012

Steffen Mohr
Projektleiter


01/26/06  (admin)  [0 Comments]

Willkommen

Willkommen bei der "Freien Literaturgesellschaft Leipzig e.V"

 

Kurzporträt der "Freien Literaturgesellschaft Leipzig e.V."

Auf einer verregneten Parkbank neben der Leipziger Thomaskirche beschlossen vier sächsische Schriftsteller im September 1989 die Geburt der "Freien Literaturgesellschaft Leipzig e.V", ehemals des Förderkreises "Freie Literaturgesellschaft" im Kontra zur regimehörigen Bezirksorganisation des DDR- Schriftstellerverbands.

1990 erfolgte die Gründung als erster demokratischer Autorenverbund der neuen Bundesländer überhaupt im Gohliser Schlößchen zu Leipzig. Der Verein hat seinen Sitz im Haus des Buches Leipzig und setzt nunmehr über 20 Jahre lang zwei Prinzipien in die lebendige Praxis um:

1. Die demokratische Distanz zu den beiden totalitären Systemen der Vergangenheit (Faschismus und Realsozialismus) und ihren Metastasen bis in die Gegenwart.

2. Das soziale Engagement für den Berufsstand veröffentlichungstüchtiger Belletristikautoren.

Das Verfechten dieser Grundsätze trägt dem Verein bis heute Anerkennung, aber auch das Missfallen Altvorderer ein, einschließlich der exhumierten Stasizombies und linksparteiischer Träger politischer Macht. Der Verein hat maßgeblich zur Gründung des Sächsischen Literaturrats beigetragen.

Im Frühjahr 2011 trägt der inzwischen verjüngte Schriftstellerkreis seinen 20. Sächsischen Literaturfrühling in die Öffentlichkeit. Bei diesem Anlass wird es detaillierte Medienberichte über den abenteuerlichen Weg des ersten demokratischen Autorenverbunds im Osten des geeinten Deutschland und über dessen z.Zt. 32 Mitglieder geben. Es ist eine Geschichte des Zusammenhalts freundschaftlich gleich gesinnter, wenn auch unterschiedlicher literarischer Naturen.

 

Leipzig, Sommer 2010

Steffen Mohr, Vorsitzender


Einladung:

Als Autor/Autorin haben Sie die ersten Gehversuche erfolgreich gemeistert (Buchveröffentlichungen).

Sie möchten aktiv die Leipziger Literaturszene mitgestalten?

Dann bewerben Sie sich als Mitglied unseres Vereines. Hier geht es zum Antragsformular

Ältere Meldungen finden Sie in unserem Archiv . _ _


03/11/13  (admin)

Neu erschienen

Erschienen ist im

TextArt 1/2013 TextArt ist Deutschlands großes Magazin für Kreatives Schreiben. Seit dem Jahr 2000 informiert unsere Zeitschrift über die aktuelle Schreibszene – mit Interviews, interessanten Praxisartikeln, Buchbesprechungen und vielem mehr. Mit TextArt erfahren Sie, wie man professionell Geschichten, Gedichte, Drehbücher, journalistische Texte oder sogar Romane schreibt. Sie schauen großen Schriftstellern über die Schulter und erfahren, woher sie ihre Ideen nehmen, wie sie arbeiten und wie sie „es geschafft" haben.

 

 

 

 

 

 

Magazin für Kreatives Schreiben "Textart" 1/2013
Jutta Pillat : "NONSENS"
Wie literarischer "Unsinn" das Schreibhandwerk bereichert.